Österreich hat keinen gesetzlichen Mindestlohn: Es gilt der Kollektivvertrag inklusive 13. und 14. Gehalt. Wie Sie den KV finden, und die Strafe bis 400.000 €.
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Wer nach dem Mindestlohn in Österreich sucht, findet keinen Betrag, und das ist kein Fehler. Österreich hat keinen gesetzlichen Mindestlohn. Das Minimum steht im Kollektivvertrag der Branche, und der gilt ab dem ersten Arbeitstag auch für Ihre entsandten Mitarbeiter. Was deutsche Arbeitgeber überrascht: Das 13. und 14. Gehalt zählen mit, der Kollektivvertrag folgt der Arbeit, die Sie in Österreich tatsächlich verrichten, und nicht Ihrer Gewerbeanmeldung, und Unterentlohnung ist der am härtesten bestrafte Verstoß des österreichischen Entsendegesetzes. Dieser Artikel erklärt, wie Sie den richtigen Kollektivvertrag und die Lohngruppe finden, was im Entgeltvergleich zählt und was passiert, wenn Sie zu niedrig liegen.
Aktualisiert September 2026
Quelle LSD-BG § 3, § 22, § 29 · Entsendeplattform (entsendeplattform.at, österreichische Behörden)
Strafe bis 400.000 €
Gesetzlicher Mindestlohn Keiner
Maßstab Branchen-KV
Zählt mit 13. und 14. Gehalt
Festhalten im Dienstzettel
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Warum hat Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn?
In Österreich ist fast jeder Arbeitnehmer von einem Kollektivvertrag erfasst, weil Arbeitgeber Pflichtmitglieder der Wirtschaftskammer sind und diese die Kollektivverträge abschließt. Ein gesetzliches Minimum war deshalb nie nötig. Für Sie als ausländischen Arbeitgeber heißt das: Sie suchen nicht einen Betrag, sondern den Kollektivvertrag der Branche, in der Ihre Leute in Österreich arbeiten, und darin die Lohngruppe, die zu ihrer Tätigkeit, Ausbildung und Erfahrung passt. Das österreichische Entsendegesetz (LSD-BG § 3) verpflichtet Sie, für die Stunden in Österreich mindestens dieses KV-Entgelt zu zahlen. Der deutsche gesetzliche Mindestlohn und der Bau-Mindestlohn spielen in Österreich keine Rolle.
Welcher Kollektivvertrag gilt für meine Leute?
Der Kollektivvertrag, der zur tatsächlich in Österreich ausgeführten Arbeit passt. Ein deutscher Metallbaubetrieb, der auf einer österreichischen Baustelle Stahlkonstruktionen montiert, kann unter den Bau-KV fallen, nicht unter den Metall-KV. Ein Installationsbetrieb, der Leitungen verlegt, fällt in der Regel unter den KV des Installationsgewerbes. Drei Dinge sind maßgeblich:
Die Branche der Arbeit in Österreich (Bauindustrie und Baugewerbe, Baunebengewerbe, Metallgewerbe, Elektro- und Gebäudetechnik, Maschinenbau als Industrie).
Funktion und Qualifikation des Mitarbeiters: Facharbeiter, angelernter Arbeiter, Helfer, Vorarbeiter.
Berufsjahre , wo der KV danach staffelt.
Die österreichischen Behörden und die Wirtschaftskammer veröffentlichen die Mindestlöhne je Kollektivvertrag für ausländische Arbeitgeber auf der Entsendeplattform (entsendeplattform.at), auf Deutsch und Englisch, mit Lohngruppen und aktuellen Beträgen. KV-Löhne ändern sich einmal im Jahr; prüfen Sie deshalb vor jedem Projekt die geltende Tabelle.
Halten Sie die Einstufung fest. Den gewählten Kollektivvertrag und die Lohngruppe tragen Sie in die ZKO3-Meldung und in den Dienstzettel ein, der je Mitarbeiter am Arbeitsort liegt. Die Finanzpolizei legt diese drei neben den Lohnzettel. Passen sie nicht zusammen, beginnt dort die Diskussion.
Was zählt im Entgeltvergleich?
Die Frage bei einer Kontrolle ist nicht, ob Ihr deutscher Stundenlohn über dem österreichischen KV-Stundenlohn liegt. Die Frage ist, ob das Gesamtentgelt für die Stunden in Österreich mindestens dem entspricht, was der KV für dieselben Stunden vorschreibt. Auf der österreichischen Seite zählen mit:
der Grundstundenlohn der Lohngruppe;
das 13. und 14. Gehalt (Sonderzahlungen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld), anteilig für den Zeitraum;
Überstundenzuschläge sowie Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit aus dem KV;
Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen , die der KV für die Arbeit vorsieht;
KV-Vergütungen für Reisezeit und Unterkunft innerhalb Österreichs , soweit sie einen Nachteil der Entsendung ausgleichen.
Auf Ihrer Seite zählt alles, was Sie für diese Stunden brutto zahlen, einschließlich anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Zulagen. Nicht mitgezählt werden Aufwandsersätze wie Hotel, Fahrt von und nach Deutschland und Verpflegung. Die dürfen Sie nicht verwenden, um ein zu niedriges Entgelt aufzufüllen.
Der Fehler, der am häufigsten Geld kostet. Wer nur Stundenlohn mit Stundenlohn vergleicht, vergisst, dass der österreichische Arbeitnehmer 14 Monatsgehälter erhält. Ein KV-Stundenlohn von 18 Euro ist im Vergleich also effektiv 21 Euro (18 × 14 ÷ 12). Das ist eine Faustregel; die genaue Höhe der Sonderzahlungen steht im Kollektivvertrag. Rechnen Sie mit dem Jahresentgelt, oder schlagen Sie die Sonderzahlungen anteilig auf den Stundenlohn auf.
Welche Arbeitszeit, Überstunden und Urlaub zählen mit?
Thema Österreichische Regel
Normalarbeitszeit 8 Stunden je Tag, 40 Stunden je Woche; viele KV 38,5 Stunden
Höchstgrenze 12 Stunden je Tag, 60 Stunden je Woche; im Durchschnitt höchstens 48 Stunden über 17 Wochen
Überstunden ablehnen Über 10 Stunden je Tag oder 50 Stunden je Woche darf der Mitarbeiter ohne Begründung ablehnen
Pause und Ruhe 30 Minuten ab 6 Stunden; 11 Stunden Ruhe zwischen zwei Diensten; 36 Stunden Wochenendruhe, in der Regel ab Samstag 13 Uhr
Urlaub 25 Arbeitstage bei 5-Tage-Woche (30 bei 6-Tage-Woche), anteilig für den Entsendezeitraum
Feiertage 13 gesetzliche Feiertage mit Entgeltfortzahlung; siehe Feiertage Österreich 2026
Die Stunden halten Sie je Tag in Arbeitszeitaufzeichnungen fest; sie liegen am Arbeitsort und werden bei einer Kontrolle neben den Lohnzettel gelegt. Überstunden vergüten Sie mit dem Zuschlag aus dem KV.
Wann gilt die Ausnahme für Erstmontage und Inbetriebnahme?
Für Montage, Inbetriebnahme und Reparatur einer von Ihnen gelieferten Anlage kennt Österreich eine Ausnahme von der KV-Entgeltpflicht (Montageprivileg): wenn die Arbeit nicht von österreichischen Arbeitnehmern erbracht werden kann und nicht länger als 3 Monate dauert. Bauarbeiten an Gebäuden und Anlagen in Kraftwerken sind ausgenommen, und Maschinen gelten ausdrücklich nicht als Anlagen. Dauert die Montage in Österreich insgesamt nicht länger als 8 Kalendertage, müssen Sie das österreichische Urlaubsrecht nicht anwenden (LSD-BG § 4 Abs. 3); für das Entgelt gilt nur die 3-Monats-Regel oben. Beide Ausnahmen lassen die ZKO3-Meldung und die Dokumentenpflicht unberührt.
Prüfen Sie das, bevor Sie darauf bauen: Die genaue Reichweite des Montageprivilegs ist in den Quellen nicht einheitlich. Im Zweifel zahlen Sie das KV-Entgelt; das ist immer sicher.
Was kostet Unterentlohnung?
bis 400.000 €
Unterentlohnung gegenüber dem Kollektivvertrag wird in fünf gestaffelten Strafrahmen bestraft, abhängig vom Betrag und der Zahl der Arbeitnehmer (LSD-BG § 29). Eine Kontrolle behindern oder den Zutritt verweigern: bis 40.000 Euro (§ 27). Lohnunterlagen am Arbeitsort nicht verfügbar oder nach Aufforderung nicht übermittelt: bis 20.000 Euro, im Wiederholungsfall 40.000 Euro (§ 28). Bei schweren oder wiederholten Verstößen Untersagung der Dienstleistung für 1 bis 5 Jahre.
Das Gesetz kennt zwei Auswege. Zahlen Sie die Differenz nachweislich nach, bevor eine Erhebung beginnt, liegt keine Verwaltungsübertretung vor (LSD-BG § 29 Abs. 2). Ist die Unterentlohnung gering oder Ihr Verschulden leicht, kann die Behörde von einer Strafe absehen, wenn Sie innerhalb der gesetzten Frist nachzahlen (§ 29 Abs. 3). Verlassen Sie sich nicht darauf als Plan; nutzen Sie es als Notbremse, wenn Sie einen Fehler in der Einstufung entdecken.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn in Österreich 2026?
Es gibt keinen gesetzlichen Mindestlohn. Das Minimum ist das Entgelt aus dem Kollektivvertrag der Branche und Lohngruppe, in der der Mitarbeiter in Österreich arbeitet, einschließlich 13. und 14. Gehalt, Zulagen und Überstunden. Die aktuellen Beträge je Kollektivvertrag stehen auf der Entsendeplattform der österreichischen Behörden.
Gilt der deutsche Mindestlohn in Österreich?
Nein. Für Arbeitsstunden in Österreich gilt der österreichische Kollektivvertrag. Liegt Ihr deutsches Entgelt darüber, zahlen Sie einfach weiter; liegt es darunter, stocken Sie für die Zeit in Österreich auf.
Mein Mitarbeiter verdient in Deutschland mehr als den österreichischen KV-Stundenlohn. Bin ich dann fertig?
Meist ja, aber vergleichen Sie das Gesamtentgelt einschließlich 13. und 14. Gehalt und der KV-Zulagen für die Arbeit. Ein deutscher Stundenlohn, der 10 Prozent über dem österreichischen KV-Stundenlohn liegt, kann im Jahresvergleich zu niedrig ausfallen.
Darf ich Hotel und Fahrtkosten als Entgelt anrechnen?
Nein. Aufwandsersätze zählen im Entgeltvergleich nicht mit. Nur KV-Zulagen, die einen Nachteil der Entsendung ausgleichen, zählen auf der österreichischen Seite.
Wo halte ich die Einstufung fest?
Im Dienstzettel, der je Mitarbeiter auf Deutsch oder Englisch am Arbeitsort liegt, und in der ZKO3-Meldung. Beide müssen zum Lohnzettel passen.
→ Vollständige Checkliste für Arbeiten in Österreich: alle Pflichten auf einen Blick
Das Entgelt ist eine von neun Pflichten
ZKO3, Dienstleistungsanzeige, BUAK, Meldezettel, Lohnzettel und Arbeitszeit. Unsere Software sucht den Kollektivvertrag mit Ihnen, erstellt den Dienstzettel mit der Einstufung und listet alle Pflichten mit einer Frist je Mitarbeiter.
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Operative Orientierung auf Basis des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes (LSD-BG §§ 3, 22, 28, 29), des Arbeitszeitgesetzes, des Urlaubsgesetzes, der Entsendeplattform der österreichischen Behörden, gelesen im September 2026. KV-Beträge ändern sich jährlich; ziehen Sie die aktuelle Tabelle heran. Keine Rechtsberatung.
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